Die neue Rüstkammer im Dresdner Schloss

Eine Sammlung mit einer vielschichtigen Geschichte zieht um

Wer den Elberadweg entlang radelt, wird sich Dresden, das „Elbflorenz“, nicht entgehen lassen können. Die wunderschöne Altstadt mit den zahlreichen historischen Gebäuden vor der Kulisse des Elbtals ist eines der Hightlights auf der Reise entlang der Elbe. Ein Besuch der Stadt Dresden sollte auch immer den Besuch wenigstens einer der berühmten Kunstsammlungen beinhalten. Diese ist nun umgezogen und wurde am 18. Februar im Residenzschloss eröffnet.

Die neue Rüstkammer

Nachgestellte Szenen in der Ruestkammer - PallienstechenMitten im Gefecht startet der Besucher den neuen Rundgang. Gleich zu Beginn befindet er sich inmitten dreier Turnierszenen, welche anhand lebensgroßer Holzpferde und Reiterfiguren mit Harnisch und Lanze nachgestellt werden und so einen lebhaften Eindruck von den beliebten Turnieren der damaligen Zeit vermitteln. Prachtvolle Rüstungen und Waffen gibt es zu sehen und lassen den einstigen Reichtum der sächsischen Kurfürsten erahnen. Wer den Riesensaal betritt wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Denn hierher ist die Dresdner Rüstkammer nun gezogen. Zwinger adé, das Residenzschloss erstrahlt in neuem Glanz.

Die Staatlichen Kunstsammlungen

Prunkharnischgarnitur in der Dresdner RuestkammerDie Rüstkammer in Dresden zählt zu den Staatlichen Kunstsammlungen der Stadt, welche mehrere Museen und Ausstellungen beinhaltet. So zum Beispiel neben der Rüstkammer, die Galerien Alte und Neue Meister, welche unter anderem das berühmte Gemälde die Sixtinische Madonna beherbergen, das Grüne Gewölbe mit berühmten Schmuckstücken und Juwelen, das Münzkabinett, die Porzellansammlung oder auch die Skulpturensammlung. Doch nicht nur die Ausstellungen selbst sind äußerst sehenswert, sondern auch die Gebäude in denen sie untergebracht sind. Denn ein Besuch des Residenzschlosses, des Zwingers, des Schloss Pillnitz oder des Albertinums darf bei einem Ausflug in Dresden nicht fehlen.

Die Rüstkammer

Prunkharnisch von Johann Georg IDie Austellungen und Museen der Staatlichen Kunstsammlungen sind weltberühmt, so auch die Rüstkammer. Sie zählt zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen von Prunkwaffen, Rüstungen und historischen Textilien und veranschaulicht auf einzigartige Weise, wie Turnierkämpfe am sächsischen Hof zelebriert wurden. Nicht nur die Ausstellungsstücke sondern auch die Ausstellung an sich zeugt von einer bewegenden Geschichte. Denn bis 1830 hatten die Kurfürsten Sachsens ihre Leib-, Turnier- und Prunkwaffen des Hofes, die zugehörigen Ausrüstungen und wertvolle Stücke nicht nur deutscher, sondern auch italienische, französischer und spanischer Meister gesammelt, wodurch die Rüstkammer vielmehr kurfürstlicher Repräsentation als als Kunstsammlung diente. Erst danach gelangte sie unter staatliche Verwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung durch die sowjetische Besatzungsmacht nach Leningrad gebracht. Erst 1958 erhielt Dresden sie schließlich wieder zurück. Seitdem war sie im Zwinger untergebracht.

Die Auferstehung des Riesensaals und der Umzug der Rüstkammer

Prunkharnische im neuen RiesensaalIm Dresdner Schloss existierte bis zum Tod August des Starken der Riesensaal, ein prächtiger Saal für höfische Feste und Bälle. Sein Sohn ließ ihn jedoch umbauen und kleinere Räume entstehen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er schließlich zerstört. Jetzt wurde der Riesensaal in seiner ursprünglichen Größe wieder aufgebaut und beherbert nun seit Februar 2013 die Sammlung der Rüstkammer. Doch die Eröffnung des Riesensaals ist erst der erste Schritt hin zur neuen Rüstkammer. Bereits seit 2010 gibt es die Türckische Cammer und auch in Zukunft sollen weitere Teile des Schlosses  ausgebaut werden und weitere Sammlungen aufnehmen. Ziel ist es, später einmal die 5.000 Exponate der Rüstkammer zu zeigen.

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